Top-Zeiten für Angelina Köhler & Cedric Büssing zum DM-Auftakt, Wellbrock mit dem erwarteten Gold

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Am ersten Tag der DM Schwimmen stieg mit der Olympia-Dritten Sarah Wellbrock (SG Frankfurt) direkt einer der Top-Stars des deutschen Schwimmsports ins Becken. Zwar konzentriert sich die Frankfurterin aktuell stärker auf den Abschluss ihres Jurastudiums und ist deshalb auch nicht bei der WM in Budapest (HUN) am Start. Den DM-Titel über ihre Paradestrecke, die 1500m Freistil, ließ sie sich aber natürlich nicht nehmen.

Wellbrock siegte in 16:29,25 Minuten und war mit dieser Zeit durchaus zufrieden, als Zweite mit 16:34,04 steigerte sich dahinter EM-Teilnehmerin Fabienne Wenske (SV Nikar Heidelberg) um mehr als neun Sekunden. “Ich bin nicht in der Form, die ich in Tokio hatte, dadurch dass ich in der Vorbereitung auf mein Staatsexamen bin und das Training ein bisschen zurückfahren musste”, erklärte Wellbrock. Ende August beginnen die Klausuren, danach will sie aber wieder voll ins Training einsteigen und bei Olympia 2024 in Paris (FRA) dann den Doppelstart im Becken und im Freiwasser in Angriff nehmen.

Während Sarah Wellbrock auf die WM verzichtet hatte, war Angelina Köhler vorgestern noch dort im Einsatz und ist anschließend direkt nach Berlin geflogen. Sie hat die Reise sicher nicht bereut: Mit 57,91 Sekunden war die 21-Jährige über 100m Schmetterling so schnell wie seit 2019 nicht mehr. “Ich bin über-überglücklich und kann es gerade noch nicht so richtig fassen”, jubelte sie. “Ich bin diese Zeit seit drei Jahren nicht mehr geschwommen. In der letzten Zeit war alles so stressig, wegen meines Abis und der WM-Vorbereitung, und jetzt bin ich einfach unter 58 geschwommen. Das Gefühl kann ich gar nicht beschreiben.” Erneut machte Berlin seinem Ruf als eines der schnellsten Becken alle Ehre. “Berlin ist einfach toll, es ist mein absolutes Lieblingsbecken auf der ganzen Welt. Ich war ja überall schonmal, aber Berlin ist einfach mein Becken, ich liebe es und es macht immer wieder Spaß, hier zu schwimmen”, so Köhler.

 

Flott unterwegs war über 400m Lagen auch Cedric Büssing (SG Essen). In 4:18,49 Minuten unterbot der Junioren-Europameister von 2021 die EM-Norm, allerdings sind auf dieser Strecke bereits drei DSV-Aktive für die Titelkämpfe in Rom (ITA/11. – 21. August) nominiert. Trotzdem bedeutet die neue Bestzeit einen weiteren Leistungssprung in Büssings Karriere. “Ich bin echt super glücklich. Ich wollte eigentlich schon früher die EM-Norm schwimmen, aber hat nicht ganz gereicht. Jetzt endlich die Norm zu brechen, ist schon cool”, freute er sich.

Bei den Frauen ging der Sieg auf der gleichen Strecke an Zoe Vogelmann (SV Nikar Heidelberg), die sich im Duell zweier EM-Teilnehmerinnen mit 4:44,79 Minuten zu 4:47,07 gegen Giulia Goerigk (SGR Karlsruhe) durchsetzte und ihren Titel verteidigte. “Es war ein tolles Rennen, es hat Spaß gemacht. Ich bin wieder an meine Bestzeiten rangeschwommen, und es war einfach cool in diesem Rahmen der FINALS zu schwimmen, das ist schon was Besonderes”, sagte Vogelmann. Aktuell steckt sie schon mitten in den Vorbereitungen auf die Europameisterschaften, bei denen sie sich nach Platz sieben im Vorjahr auch diesmal wieder in den Endlauf kommen will. “Ich habe mir für die EM in Rom vorgenommen, definitiv auch das Finale zu erreichen – ob es die 400 oder 200 Meter Lagen sind, werden wir sehen. Ich werde morgens ein Tier sein, um dann in die Finals zu schwimmen.” Uns an welches Tier sie dabei genau dachte, wusste sie auch: “Ich bin eher so der Adler. Im Wasser zu fliegen, ist genau das Gefühl, was ich suche.”

Weitere Titel sicherten sich am Donnerstag Tobias Schulrath (SGS Hamburg) über 100m Schmetterling (52,93) und Cornelius Jahn (Ahrensburger TSV) über 200m Rücken Männer (2:00,04) – für beide war es das erste DM-Gold. In den Staffelentscheidungen gingen zwei Titel an die SG Essen (4x200m Freistil Mixed, 4x100m Freistil Frauen) und je einer an die SV Nikar Heidelberg (4x100m Lagen Frauen) und Waspo 98 Hannover (4x200m Freistil Männer).

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